Ko-Kreativität und Trailer

Wenn Menschen zusammenarbeiten, um gemeinsam etwas zu erschaffen, kommt es im besten Fall zu einem Zusammenfließen der Kreativität aller Beteiligten. Bei der Produktion von „Hablando de Carmen“ haben wir unser je individuelles Wissen und Können geteilt und uns im Denken und Handeln miteinander verbunden. Es war faszinierend, sich einander in diesen schöpferischen Prozessen zu begegnen und kennenzulernen. Und jetzt teilen wir miteinander die Freude über den großen Zuspruch und die Begeisterung, die unsere Tanzperformance bei unserem Publikum ausgelöst hat. DANKE!

Außerdem haben wir einen Trailer gedreht und produziert der im unteren Video verlinkt und zu sehen ist. Wir hoffen er gefällt euch!

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We did it!

©Dorit Schulze

Letzten Samstag haben wir erfolgreich unsere Premiere gefeiert. Im Theater heißt es immer, was in der GP schief geht funktioniert bei der Premiere. Und so war es auch dieses mal. Alles hat geklappt und alle Beteiligten kamen nach der Vorstellung sehr zufrieden von der Bühne um an einem schönen Sommerabend mit den Zuschauern die Premiere zu feiern. Die Vorstellung war voll und die Performance wurde mit lautem Applaus beendet.

Für mehr Impressionen ist hier ein Artikel der Neuen Presse zur Premiere von „Hablando de Carmen“ verlinkt:

www.neuepresse.de

Falls ihr es nicht zur Premiere geschafft habt gibt es diese Woche am 20., 21., und 22. Juli weitere Möglichkeiten sich „Hablando de Carmen“ in der Eisfabrik anzuschauen. Wir freuen uns auf euch!

Premiere!

©Dorit Schulze

Gestern Abend war Generalprobe, mit originalem Bühnenbild, originaler Beleuchtung und Kostümen. Alles lief gut, bis in der letzten Szene beim Aufbau der Textwand doch noch etwas schief ging. Wir sind froh, dass es diese Irritation in der Generalprobe gab und so deutlich wurde, was noch nachzubessern ist, damit Alice, Bettina und Loris ihren Weg auf der Bühne noch sicherer finden. Das Stück stellt hohe Ansprüche an die Tänzer*innen. Zum einen sind sie während der gesamten Spieldauer des Stückes auf der Bühne aktiv. Zum anderen verlangt die abwechslungsreiche Choreographie von ihnen nicht nur tänzerische Hochleistung, sondern auch Konzentration und Präzision beim Aufbau der verschiedenen Szenen, aus denen Hablando de Carmen besteht.

Heute ist Premiere. Um 20.00 Uhr in der Eisfabrik. Komm vorbei und schau Dir unsere Performance an, in der Tanz, Musik, Text und Gesang als eigenständige Elemente der Choreographie miteinander in einen Dialog treten. Wir freuen uns, wenn auch Du Dich mit Deinen Gefühlen, Gedanken und eigenen Deutungen an diesem Dialog beteiligst. Hablando de Carmen.

©Dorit Schulze

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Probenbesuch in der Eisfabrik

Gestern haben Schüler*innen der IGS Linden und Teilnehmerinnen der Akademie Literatur & Leben eine Probe in der Eisfabrik besucht. Mit beiden Gruppen hatten wir im Vorfeld zur Carmen-Thematik gearbeitet. Zu sehen gab es keine fertigen Szenen, sondern „echte“ Probenmomente, um den Besucher*innen einen Eindruck von den Herausforderungen bei der performativen Umsetzung der choreographischen Ideen zu vermitteln. Im anschließenden Gespräch wurden interessante Fragen zur Performance gestellt: Warum zum Beispiel tanzen ein Mann und zwei Frauen? Wie kann man die Texte und Kostüme interpretieren? Was hat das alles mit der Carmen zu tun, die uns aus Bizets Oper bekannt ist? Wir freuen uns, wenn unsere Performance Fragen aufwirft und in den verschiedenen Menschen im Publikum ganz unterschiedliche Assoziationen und Deutungen hervorruft. Hablando de Carmen!

Natürlich begründen wir auch gern unsere Entscheidungen, die wir choreographisch, textlich, musikalisch getroffen haben. Aber noch spannender sind für uns die individuellen Interpretationen, Gedanken, Widersprüche, Gefühle, die in Resonanz auf die Performance und ihre einzelnen Szenen entstehen (siehe Blogbeiträge „Der Musiker und die Musik“, „Auf Spurensuche in Texten“, und „Die Mägde“)

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Wer ist eigentlich Carmen? Hablando de Carmen mit Schüler*innen der IGS Linden

Ein Teil des Prozesses der Erarbeitung von „Hablando de Carmen“ waren Workshops mit Musikschülern der 11. Klasse der IGS Linden. Die Musiklehrerin J. Reh hat einige Erfahrungen zusammengefasst:

Musikunterricht…. Oper…. Gesang…. Georges Bizet…. Carmen….

Von besonderer Begeisterung konnte man nicht sprechen als ich der Klasse 11.4 der IGS Linden die Planung der kommenden Unterrichtsstunden präsentierte.  Für Jugendliche im Alter von 17, 18 oder 19 Jahren zählt das Behandeln einer Oper von einer Dauer von fast drei Stunden nicht unbedingt zur Lieblingsbeschäftigung. Nicht nur Offenheit, die Fähigkeit sich auf Neues einzulassen, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, Musik zu hören, vielleicht auch zu „ertragen“, die weit entfernt ist von dem, was man gewohnt ist, sondern auch das sich Erarbeiten von Aspekten einer anderen, neuen und unbekannten Welt, die auf den ersten Blick nicht unbedingt attraktiv erscheint, wird den Jugendlichen abverlangt.

Dass Carmen eine facettenreiche, unglaublich interessante und anziehende, von Mythen umgebene starke Frau ist, die allein in ihrer Person Freiheit und Zwang, Liebe und Tod, Eifersucht, Drama und Spiel, Selbstbewusstsein und Unterdrückung, Emanzipation und Durchbrechen von damaligen Gesellschaftsstrukturen vereint, wurde schon recht schnell im Vorfeld deutlich. Alles andere geschah in den anschließenden Workshopstunden mit dem Hablando-de-Carmen-Team.

Hablando de Carmen ist nicht nur ein Gespräch über eine Opernfigur. Es war für die Schüler/innen der 11.4 ein kreativer, freier Zugang zu verschiedensten Aspekten, die auch heute und auch bei 17-jährigen Jugendlichen von Brisanz sind.

So haben wir gemeinsam getanzt, geschrieben, gedichtet, gesungen, geschauspielert, gerufen, mit Stäben gekämpft, Rhythmen erzeugt, Klänge gesucht und gefunden, musiziert und unseren Körper als Ausdrucksmittel genutzt. Wir haben erfahren wie sich eine Performance entwickelt und wie ein kreativer Prozess funktioniert und das am eigenen Leib.

Nur selten habe ich Schülergruppen so ernsthaft, zielgerichtet und intensiv an solch kreativen und sehr freien Prozessen in kurzer Zeit arbeiten sehen können, die immer in einer ausdrucksstarken und inhaltlich vielschichtigen Performance mündeten.

Die Jugendlichen öffneten sich nicht nur gegenüber der fremden Thematik, sondern auch sich selbst als agierende Performer. Sich über ein Thema mal ganz anders äußern – mit dem Körper, mit Klängen oder Musik, mit Versen und vor allem als Gruppenperformance nach einem kreativen, gemeinsamen Prozess – erfordert noch viel mehr Offenheit gegenüber seinen Mitstreitern, seinem Körper und seinen Emotionen.

Das Erlernen all dieser Kompetenzen, die nicht nur das weitere Leben, sondern auch die persönlichen Einstellungen gegenüber Fremdem und Neuem und den eigenen Charakter prägen, geschah bei unseren Hablando-de-Carmen-Workshops auf eine sehr intensive, freie und kreative Art und Weise.

Carmen wird somit auch bei den in einer mittlerweile ganz anderen Welt lebenden Jugendlichen ihre Spuren hinterlassen haben….

J. Reh

Musiklehrerin an der IGS Linden

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Der Musiker und die Musik

Jürgen Morgenstern-Feise. © Dorit Schulze

Ja, es gibt sie in unserer Performance, die Musik von George Bizet aus der Oper Carmen, in Andeutungen und Verfremdungen.

Ja, es gibt auch spanische Folklore, Flamenco, Saeta, ebenfalls angedeutet und verfremdet, die Gitarre ersetzt durch eine Ukulele.

Stäbe spielen eine Rolle, ihre hölzernen Klänge gehen durch Mark und Bein(e), entgrenzen.

„Improvisation ist die Feier des Jetzt“ (P.N. Wilson), mein Lebensmotto, nicht nur musikalisch, durch die Beschäftigung mit Carmen noch einmal verstärkt. Und neu: Die Entdeckung der Unverfügbarkeit als innere Haltung allem gegenüber. „Nicht das Verfügen über Dinge (und Lebewesen, jm-f), sondern das in Resonanz Treten mit ihnen, sie durch eigenes Vermögen (…) zu einer Antwort zu bringen und auf diese Antwort wieder einzugehen, ist der Grundmodus menschlichen Daseins.“ (Hartmut Rosa: Unverfügbarkeit) Hat Carmen hier mitgeschrieben?

jm-f

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